Arbeitszeugnis
Januar 20, 2021 10:29 am

Das Bundesgericht startet das Jahr 2021 im Arbeitsrecht mit einem wahren Primeur. Im kürzlich veröffentlichten Urteil 4A_295/2020 vom 28. Dezember 2020 (amtl. Publ. vorgesehen) entschied das Bundesgericht die bisher offene Frage der auf das Arbeitszeugnis anwendbaren Verjährungsfrist im Sinne der zehnjährigen Frist von Art. 127 OR, und zwar wie folgt: «Au vu de ce qui précède, on doit retenir que les actions en délivrance, respectivement en rectification du certificat de travail, sont soumises au délai de prescription général de dix ans selon l'art. 127 CO. Dès lors, lorsque l'intimé a déposé sa requête de conciliation, le 13 décembre 2017, soit moins de dix ans après la fin des rapports de travail intervenue le 31 août 2011, la prétention en rectification du certificat de travail n'était pas prescrite. L'arrêt de la cour cantonale doit donc être confirmé sur ce point.» (E.6.9). Wichtig ist auch die Feststellung des Bundesgerichts, dass die Verjährungsfrist von Art. 128 Ziff. 3 OR eine Ausnahmebestimmung darstellt und deshalb nur restriktiv angewendet werden darf (E.6.7). Mithin könnte dieses wichtige Leiturteil des Bundesgerichts auch indirekte Auswirkungen auf andere umstrittene Verjährungsfristen im Arbeitsrecht zeitigen.

Januar 17, 2021 10:47 pm

Die Verwendung von Codierungen durch den Arbeitgeber im Arbeitszeugnis ist klar unzulässig. Bei Codierungen handelt es sich um gut klingende bzw. verklausulierte Formulierungen, welche aber etwas anderes aussagen, als was der eigentliche Wortlaut vermuten lässt. Sie enthalten mithin versteckte negative Botschaften. Sollten Codierungen erkannt oder vermutet werden, so können sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dagegen zur Wehr setzen. Dem Arbeitgeber steht es natürlich auch offen, negative Kritikpunkte offen im Arbeitszeugnis anzubringen.

Dezember 28, 2020 9:14 am

Referenzen sind im Schweizer Arbeitsrecht sehr weit verbreitet. Unter Referenzen versteht man mündliche oder schriftliche Auskünfte eines Arbeitgebers über einen Arbeitnehmer gegenüber einem neuen potentiellen Arbeitgeber. Die meisten Referenzen ergehen mündlich bzw. telefonisch. Heute stehen natürlich auch die neuen elektronischen Kommunikationsformen wie Zoom oder Teams zur Verfügung. Die Referenzauskunft untersteht verschiedenen rechtlichen Grenzen, welche sowohl aus dem Obligationenrecht (OR) als auch aus dem Datenschutzgesetz (DSG) stammen. In der Regel darf eine Referenzauskunft nur mit ausdrücklicher vorgängiger Zustimmung des Arbeitnehmers erfolgen und untersteht diversen Anforderungen. Der Anspruch auf Referenzauskunft unterliegt der zehnjährigen Verjährungsfrist von Art. 127 OR.

August 24, 2020 1:07 am

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, dem Arbeitnehmer auf dessen Verlangen ein Arbeitszeugnis auszustellen (Art. 330a Abs. 1 OR). Es stellt sich dabei oft die Frage, ob Absenzen – zur Diskussion stehen dabei vorwiegend längere Absenzen oder normale Absenzen bei kürzeren Arbeitsverhältnisdauern – im Arbeitszeugnis erwähnt werden können bzw. auch erwähnt werden müssen durch den Arbeitgeber.

Das Arbeitszeugnis

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Januar 3, 2020 8:32 am

Das Arbeitszeugnis ist ein zentrales Dokument für jeden Arbeitnehmer. Nicht immer klar ist aber, welche rechtlichen Grundsätze bezüglich dem Arbeitszeugnis gelten. Das Arbeitszeugnis ist in Art. 330a OR geregelt. Dazu wurden viele Grundsätze durch die Gerichtspraxis entwickelt. In diesem Artikel finden Sie die relevanten Informationen zum Thema Arbeitszeugnis.